Darmflora und Immunsystem

Die Darmflora, auch als Darmmikrobiom bezeichnet, spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Regulierung des Immunsystems im Darm. Sie besteht aus vielen nützlichen Bakterien, die die Entwicklung von Immunzellen unterstützen, aber auch gegen schädliche Bakterien ankämpfen. Dabei variiert die Darmflora von Person zu Person. Sie ist individuell wie Ihr Fingerabdruck und wird durch unsere Gene, unsere Geburt, unsere Ernährung, Umweltfaktoren, Antibiotikabelastung und Medikamente mitbestimmt.

Jeder Mensch hat eine individuelle Darmflora!

Ihre Darmflora hat eine enge Beziehung zu Ihnen. Die Vielzahl der vorhandenen Bakterien richten sich nach Ihren Bedürfnissen und Ihrer Lebensweise aus. Deshalb ist eine ausgewogene Ernährung so wichtig, um ein gesundes Mikrobiom zu fördern. Wer beispielsweise überwiegend Fast Food isst, braucht bevorzugt Bakterien, die für die Verdauung von industriell geförderter Nahrung wichtig sind. Andere Bakterien, die nicht mehr oder nur selten benötigt werden, bilden sich dann zurück. Das Gleiche passiert bei anderen einseitigen Ernährungsformen, beispielsweise bei bestimmten Diäten oder einer veganen Lebensweise. Daraus kann es zu einem Ungleichgewicht in der Darmflora kommen. Im ungünstigsten Fall fehlen dann wichtige Bakterien, beispielsweise solche, die wichtige Nährstoffe herstellen können. Als Faustregel gilt: je ausgewogener die Darmflora, je größer die Vielzahl der vorhandenen Darmbakterien, desto besser die Darmgesundheit. Dann funktioniert auch die vor Krankheitserregern schützende Schleimhautbarriere (Darmwandbarriere) besser, ebenso wie ein gesunder Stoffwechsel, der neben der Gesundheit auch Einfluss auf das Körpergewicht nimmt.

Entzündungen bei gestörter Darmfunktion

Wir können es nicht verhindern, dass krankmachende Bakterien in unseren Magen-Darmtrakt gelangen. Diese können uns aber deutlich schlechter krank machen, wenn wir eine gesunde Darmbarriere haben. Ist das nicht der Fall und weist die Darmbarriere „Löcher“ auf, können die ungesunden Keime in den Körper gelangen und ggf. Entzündungen bzw. Infektionen auslösen. Die erhöhte Durchlässigkeit des Darms bezeichnet man als „Leaky-Gut-Syndrom“. Hier sollte man schnellstmöglich gegensteuern, um chronische Entzündungsreaktionen zu vermeiden.

Produktion von Neurotransmittern

Der Darm produziert eine Reihe von Botenstoffen (Neurotransmitter), die das Nervensystem beeinflussen und sich auf die Stimmung und das Verhalten auswirken. Die Darm-Hirn-Achse ermöglicht eine Kommunikation zwischen dem Darm und dem Gehirn, die sich auf die psychische Gesundheit und unser Wohlbefinden auswirken kann.

Botenstoffe die im Darm produziert werden

  • Serotonin wird auch als Glückshormon bezeichnet und wirkt stimmungsaufhellend. Zudem fördert dieser Botenstoff auch die Darmtätigkeit.
  • Tryptophan gilt als Vorstufe von Serotonin und unterstützt die Bildung von Serotonin.
  • Oxytocin macht uns sozial verträglicher, es unterstützt eine positive Beziehung zu anderen Menschen.
  • Melatonin ist als Schlafhormon wichtig für Regenerationsprozesse in der Schlafphase.
  • GABA (Gamma-Aminobuttersäure) beruhigt und entspannt Körper und Geist.
  • Peptid YY ist ein Sättigungshormon. Wird dieser Botenstoff ausgeschüttet, weiß das Gehirn, dass wir satt sind. Peptid YY ist auch wichtig zur Bewältigung von Stress.
Hormonregulation

Der Darm beeinflusst die Regulation von Hormonen, einschließlich Hormonen, die den Appetit und den Stoffwechsel kontrollieren. Eine gestörte Darmgesundheit kann sich daher auf das Körpergewicht und den Energiehaushalt auswirken. So kann beispielsweise der Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel negativ beeinflusst werden.

Ausscheidung von Giftstoffen

Der Darm spielt eine Rolle bei der Entgiftung des Körpers, indem er ebenso wie die Niere Giftstoffe und schädliche Substanzen ausscheidet.